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Hier finden Sie Informationen zu unseren Erfolgen, Publikationen, Veranstaltungsbeiträgen und Auszeichnungen.

ADAPTlate Studie: Videointerview mit Frau PD Dr. Rachel Würstlein, Frauenkliniken der Universität München

ADAPTlate Studie – Erweiterung der Therapieoptionen bei hormonabhängigem Brustkrebs (Hormonrezeptor positiv; HER2-negativ) mit erhöhtem Rückfallrisiko

Mit dieser Studie wird erforscht, ob eine Erweiterung der Antihormontherapie unter bereits laufender Therapie  (Chemotherapie und/oder Operation) bei Frauen mit einem im Frühstadium behandelten hormonabhängigen Brustkrebs (Hormonrezeptor positiv; HER2-negativ), das Risiko eines Rezidivs bzw. einer Metastasierung vermindern kann.

Für betroffene Patientinnen gib es nun – im Rahmen der ADAPTlate Studie – eine weitere Therapieoption: die Kombination einer Antihormontherapie mit einem CDK 4/6-Hemmer. 

Weitere Informationen zur Studie und zur Teilnahmemöglichkeit finden Sie hier: ADAPTlate und im Videointerview mit Frau PD Dr. Rachel Würstlein, Frauenkliniken der Universität München bei Brustkrebs Deutschland e.V.

Colloquium Senologie 2021/2022 erschienen

Mit Beiträgen u.a. von Frau Prof. Harbeck und PD Dr. Gluz

Die Buchreihe „Colloquium Senologie“ richtet sich an alle Ärztinnen und Ärzte, die sich der Betreuung von Frauen (und Männern!) mit Brustkrebs widmen. Die Herausgeber beschreiben zusammen mit ihrem Autorenteam die praxisrelevanten Entwicklungen der vorangegangenen zwölf Monate. Neben dem State of the Art und wichtigen Erkenntnissen aus der internationalen Literatur enthält das Werk auch Berichte von wichtigen Kongressen, unter anderem vom San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS 2020), vom AGO-Jahrestreffen 2021, von der St. Gallen International Breast Cancer Conference 2021 und auch von der Jahrestagung der US-amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) im Juni 2021. Bereichert wird das Werk in dieser Ausgabe durch Diskussionsbeiträge zum Management von Brustkrebs-Betroffenen in Zeiten der Corona-Pandemie, zu Digitalen Gesundheitsanwendungen und zum Molekularen Tumorboard. Stand des Wissens dieser Publikation ist Juni 2021.

Erhältlich als Printversion oder E-Book

ISBN 978-3-933012-71-5

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Video mit Frau Prof. Harbeck (LMU München): Ergebnisse der ADAPT HR+/HER2- Studie zur Behandlung von luminalem Brustkrebs (ASCO 2021)

Prof. Nadia Harbeck (LMU München) diskutiert die auf dem ASCO 2021 vorgestellten Ergebnisse zur Bedeutung des Recurrence Score, endokrinem Ansprechen und anderen Faktoren

Das Video finden Sie hier:

Nadia Harbeck, MD, PhD, on Luminal Breast Cancer: Prognostic Impact of Recurrence Score, Endocrine Response, and Other Factors

 

Video mit Frau Prof. Harbeck (LMU München): De-eskalierte Behandlung von frühem HER2+ Brustkrebs (ASCO 2021)

Prof. Nadia Harbeck (LMU München) diskutiert die Behandlung von PatientInnen mit frühem HER2+ Brustkrebs mittels eines de-eskalierten Benhandlungs-Regimes (neoadjuvante Behandlung mit Paclitaxel+Pertuzumab+Trastuzumab) und deren Bedeutung für die Klinik.

Das Video finden Sie hier:

Nadia Harbeck, MD, PhD on Early Breast Cancer: Benefit of a de-escalated Regimen

 

Presseartikel zum 2021 ASCO Annual Meeting

Im Nachgang zum 2021 ASCO Annual Meeting ist ein Presseartikel mit Herrn PD Dr. Gluz erschienen, den Sie hier abrufen können:

Innovative Kombination von Prognosemethoden vermeidet Chemotherapie

 

 

2021 ASCO Annual Meeting

Im Nachgang zum 2021 ASCO Annual Meeting können Sie sich eine Kurzfassung des diesjährigen ASCO Vortrags von Frau Prof. Nadia Harbeck über die Deeskalationsstrategie und Studienerfolge der ADAPT HR-/HER2+ anschauen.

Das Video finden Sie unter Nadia Harbeck, De-escalated neoadjuvant pertuzumab+trastuzumab with or without paclitaxel weekly in HR-/HER2+ early breast cancer: ADAPT-HR-/HER2+ biomarker and survival results.

Brustkrebs mit hohem Risiko: weniger Chemotherapie ist möglich! Pressemitteilung zu zwei Vorträgen aus der ADAPT-Studie beim diesjährigen ASCO

Beim weltweit größten Krebskongress, dem Annual Meeting der American Society of Clinical Oncology (ASCO), haben Professorin Nadia Harbeck vom LMU Klinikum München und Privatdozent Oleg Gluz vom Johanniter Bethesda Krankenhaus in Mönchengladbach am Sonntag richtungsweisende und praxisverändernde Ergebnisse aus den Studien ADAPT HER2-positiv/HR-negativ sowie ADAPT HR-positiv/HER2-negativ vorgestellt. In diesen Vorträgen ging es um eine mögliche Deeskalation der Chemotherapie bei Brustkrebserkrankungen mit hohem Rückfallrisiko. Zu Tumoren mit mittlerem Rückfallrisiko hatten WSG-Forscher bereits im Dezember 2020 beim weltweit größten Brustkrebskongress, dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) berichtet. Die neuerliche Einladung zum weltweit wichtigsten Krebskongress zur Präsentation weiterer Daten spiegelt die große Relevanz der ADAPT-Daten zur Entwicklung neuer Deeskalationskonzepte wider.

Die vollständige Pressemitteilung hierzu finden Sie hier: 2021_06_08_Pressemitteilung_WSG_ASCO_2021_FINAL

ADAPT TN Studie: Translationale Forschungsergebnisse zur neoadjuvanten Chemotherapie im Journal for Immunotherapy of Cancer

Mit einem Beitrag zur translationalen Forschung bei HER2+ Brustkrebs in der ADAPT Studie ist die WSG beim ESMO Breast Kongress 2021 vertreten

Den Link zum Abstract "Identification of Potential Biomarkers for Clinical Benefit Following Dual Neoadjuvant Anti-HER2 Blockade in HER2-positive/HR-negative Early Breast Cancer"

finden Sie hier.

ESMO Breast Kongress 2021: Präsentation von Daten aus der ADAPT HER2+/HR- Studie zu potentiellen Biomarkern

Mit einem Beitrag zur translationalen Forschung bei HER2+ Brustkrebs in der ADAPT Studie ist die WSG beim ESMO Breast Kongress 2021 vertreten

Den Link zum Abstract "Identification of Potential Biomarkers for Clinical Benefit Following Dual Neoadjuvant Anti-HER2 Blockade in HER2-positive/HR-negative Early Breast Cancer"

finden Sie hier.

ADAPT HR+/HER2- Studie: Artikel in der Zeitschrift "Research in Focus" der Breast International Group (BIG)

Mit einem großen Artikel zu den praxisverändernden Ergebnissen der ADAPT HR+/HER2- Studie ist die WSG in der internationalen Zeitschrift "Research in Focus" vertreten

Als langjährige Mitgliedsorganisation in der Breast International Group (BIG), dem weltweiten Verbund von Brustkrebsstudiengruppen, ist die WSG in der April-Ausgabe mit einem Artikel zu den richtungsweisenden Ergebnissen vertreten.

Dies unterstreicht einmal mehr die  Bedeutung der WSG-Studien für die Innovation der Brustkrebs-Therapie für die PatientInnen und deren internationale Beachtung. Wir freuen uns, auch über diese Plattform unsere Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Den Link zum Journal mit dem Artikel "The WSG-ADAPT HR+/HER2- study: sharpening treatment decisions in luminal early breast cancer" auf den Seiten 38/39 finden Sie hier.

Beurteilung des frühen Ansprechens mittels MRT und Ultraschall: Publikation zur ADAPT-Studie im International Journal of Cancer

Das frühe Ansprechen auf eine neo-adjuvante Therapie (nach 3 Wochen), untersucht mittels MRT, Sonographie und Ki-67 Abfall, ist ein starker Prädiktor für die pathologische Komplettremission nach 12 Wochen Therapie

Ergebnisse aus einem Begleitprojekt der ADAPT Substudien HR+/HER2+, HR−/HER2− und HR−/HER2+ wurden am 03. Februar 2021 im International Journal of Cancer publiziert.

Diese Daten zeigen die Möglichkeiten einer frühen Abschätzung des Ansprechens auf eine neoadjuvante Therapie mittels bildgebender Verfahren beim frühen Brustkrebs auf.

Den Link zum Artikel "Early response by MR imaging and ultrasound as predictor of pathologic complete response to 12‐week neoadjuvant therapy for different early breast cancer subtypes: Combined analysis from the WSG ADAPT subtrials finden Sie hier.

AGO2021 MAMMAKARZINOM STATE OF THE ART MEETING am 27. Februar 2021

Beim diesjährigen virtuellen State of the Art Meeting zur Vorstellung und Diskussion der wichtigsten Änderungen der AGO Empfehlungen zur Brustkrebstherapie ist die WSG zahlreich vertreten

Am 27. Februar 2021 werden in einem virtuellen Live-Stream die aktuellsten Therapie-Empfehlungen zur Brustkrebstherapie vorgestellt und diskutiert.

Wir freuen uns, dass viele aktive WSG-ler tatkräftige Mitglieder der AGO Kommission Mamma sind.

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie unter www.ago2021.de.

The ASCO Post: Video mit Prof. Nadia Harbeck (SABCS 2020)

Im Nachgang zum San Antonio Breast Cancer Symposium 2020 finden Sie ein Video mit Frau Prof. Nadia Harbeck im Gespräch zu den ADAPT HR+/HER2- Daten im Rahmen der ASCO Post.

Das Video finden Sie Sie unter Nadia Harbeck, MD, on Early Breast Cancer: Endocrine Therapy After Preoperative Treatment 

Chemotherapie bei Brustkrebs: Weniger ist mehr! ADAPT Daten beim SABCS 2020 präsentiert

Beim SABCS präsentierte Daten der WSG belegen, dass jährlich allein in Deutschland 10.000 bis 15.000 Frauen mit frühem hormonempfindlichem Brustkrebs eine unnötige, aber nebenwirkungsreiche Chemotherapie erspart werden kann.

San Antonio (Texas, USA), Mönchengladbach, 11.12.2020 – Beim weltweit größten Brustkrebskongress, dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS), haben Professorin Nadia Harbeck und Professor Sherko Kümmel heute richtungsweisende und praxisverändernde Ergebnisse der Studie ADAPT HR+/HER2- vorgestellt. Danach lässt sich mithilfe des bereits bekannten Reccurrence Scores in Kombination mit einer dreiwöchigen präoperativen Antihormontherapie prüfen, ob ein Tumor auf diese – nach der Operation standardmäßig ohnehin verabreichten – Therapie so gut anspricht, dass auf eine zusätzliche Chemotherapie verzichtet werden kann. In der Studienpopulation war das bei ungefähr der Hälfte der rund 5.000 Patientinnen der Fall. Hochgerechnet auf die Situation in Deutschland ist Nadia Harbeck zufolge davon auszugehen, dass auf diese Weise jährlich 10.000 bis 15.000 Patientinnen identifiziert werden können, die von einer zusätzlichen Chemotherapie nicht profitieren. Falls eine Chemotherapie aber nachweislich notwendig ist, hat sich gezeigt, dass sich mit nab-Paclitaxel (das ist die proteingebundene Variante von Paclitaxel) eine deutlich höhere Rate an kompletten Remissionen erreichbar ist, wie Sherko Kümmel in einem zweiten Beitrag beim SABCS ausführte. Er konnte auch zeigen, dass Frauen mit hohem genomischen Risiko (Recurrence Score >25) von diesem Chemotherapie-Regime besonders profitieren.

Jahr für Jahr werden allein in Deutschland etwa 70.000 Frauen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. 44.000 von ihnen leiden an einer hormonempfindlichen Erkrankung, das heißt, das Wachstum des Tumors wird durch die Sexualhormone Östrogen und Progesteron beschleunigt. Jede dieser Frauen erhält deshalb nach der Operation standardmäßig eine sogenannte Antihormontherapie. Ob sie zusätzlich auch eine Chemotherapie benötigen, ist bislang nur für die Hälfte der 44.000 Patientinnen klar gewesen, nämlich solchen mit eindeutig einschätzbarem Rückfallrisiko: Patientinnen mit niedrigem Risiko benötigen keine, Patientinnen mit hohem Risiko benötigen eine zusätzliche Chemotherapie. Die andere Hälfte der Patientinnen gehört zur sogenannten intermediären Risikogruppe. Welche Frauen in dieser Gruppe von einer zusätzlichen Chemotherapie profitieren und welche nicht, ließ sich bislang nicht eindeutig sagen.

Die Ergebnisse der Studie ADAPT HR+/HER2- schaffen für Frauen in der intermediären Risikogruppe nun Klarheit. Die dazu notwendigen Messungen und Untersuchungen seien ohnehin schon Bestandteil der Brustkrebsdiagnostik, „wir haben diese Befunde bislang nur nicht genutzt“, so Nadia Harbeck bei der Pressekonferenz der WSG. Frauen mit einem HR-positiven/HER2-negativen frühen Brustkrebs mit bis zu drei befallenen Lymphknoten und einem genomisch intermediären Rückfallrisiko sollten sich vor der Operation einer dreiwöchigen Antihormonbehandlung unterziehen. Anhand einer Gewebeprobe wird der Ki-67-Wert, ein Marker für das Tumorwachstum, zunächst bei Diagnosestellung und nach der 3-wöchigen Antihormontherapie am OP-Präparat erneut bestimmt. Ist Ki-67 innerhalb dieser drei Wochen auf Werte unter 10% gefallen, reicht für die betroffene Patientin nach der Operation eine reine Antihormontherapie aus, liegt der Wert oberhalb dieser Grenze, ist eine zusätzliche Chemotherapie erforderlich.

Für Frauen in der intermediären Risikogruppe mit einem Ki-67-Wert von 10% oder weniger müssten sich mit einer Antihormontherapie ohne Chemotherapie also dieselben Behandlungsergebnisse erzielen lassen wie für Frauen aus der Niedrigrisikogruppe. Und genau das ist den Ergebnissen der Studie ADAPT HR+/HER2- zufolge der Fall: die Zeiten des krankheitsfreien und des Fernmetastasen-freien Überlebens sind in beiden Gruppen gleich, das gilt für prä- und postmenopausale Frauen und auch für Frauen mit keinem oder bis zu drei befallenen Lymphknoten.

Die Kombination einer Prüfung des genomischen Risikos mit dem Oncotype DX® und der Testung des Ansprechens auf eine Antihormontherapie anhand des Ki-67-Wertes schafft also Klarheit für alle Frauen mit einem frühen HR-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom mit bis zu drei befallenen Lymphknoten.

Nab-Paclitaxel mit deutlich höherer Rate an pathologischen Komplettremissionen
Falls sich herausstellen sollte, dass die betroffene Patientin nach der Operation eine zusätzliche Chemotherapie benötigt, ist die Frage, von welcher Kombination sie am meisten profitiert. Die WSG hat sich diesem Thema ebenfalls im Rahmen der Studie ADAPT HR+/HER2- gewidmet und Sherko Kümmel hat die Ergebnisse ebenfalls heute beim SABCS vorgetragen.

Er konnte zeigen, dass anstelle von Paclitaxel dessen proteingebundene Variante, das sogenannte nab-Paclitaxel, zum Einsatz kommen sollte: Der Anteil der Patientinnen, die eine sogenannte pathologische Komplettremission erreichen – einen Zustand also, bei dem nach der präoperativen Therapie kein Tumor mehr nachweisbar ist –, konnte mit einem nab-Paclitaxel-haltigen Regime von 12,9% auf 20,8% gesteigert werden. Zum ersten Mal wurde darüber hinaus nachgewiesen, dass Frauen aus der Hochrisikogruppe mit einem Recurrence Score >25 besonders eindrucksvoll von der nab-Paclitaxel-haltigen Chemotherapie profitierten. Wenn der Tumor allerdings gleichzeitig einen niedrigen Ki-67-Wert aufweist, auf die Antihormontherapie also gut angesprochen hatte, dann ist das Chemotherapie-Ansprechen eher enttäuschend.

Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Studie ADAPT HR+/HER2- sind richtungsweisend und praxisverändernd, wie Professorin Ulrike Nitz in ihrem Abschluss-Statement betonte. Gleichwohl gelte es, weitere offene Fragen für Frauen mit HR-positivem / HER2-negativem Brustkrebs zu beantworten. Was beispielsweise kann man Frauen anbieten, die nicht nur 3, sondern 4 oder mehr befallene Lymphknoten haben? Was ist mit Frauen mit einem hohen Recurrence Score >25, gutem Antihormon-, aber schlechtem Chemotherapie-Ansprechen? Könnten diese Gruppen möglicherweise von einer „verstärkten Antihormontherapie“ profitieren. Diese Fragen, so Ulrike Nitz, „werden derzeit in der Studie ADAPTcycle untersucht, über die wir zu gegebener Zeit berichten werden“.

Weitere Informationen zu  Pressemitteilungen finden Sie unter www.ADAPT-Mediathek.de.

Brustkrebstherapie deeskalieren – aber wie?

In der Studie ADAPT HR+/HER2- konnte fast der Hälfte der bei Studienbeginn als Chemotherapie-Kandidatinnen eingeschätzten Frauen die Chemotherapie erspart werden. – Die WSG präsentiert die Daten beim SABCS am 11. Dezember 2020

Mönchengladbach – 23.11.2020 – Neue und richtungsweisende Erkenntnisse zur Deeskalation der Brustkrebstherapie wird die Westdeutsche Studiengruppe (WSG) beim weltweit größten Brustkrebskongress, dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS), am 11. Dezember 2020 vorstellen. Professorin Nadia Harbeck präsentiert dort die ersten Überlebensdaten der Studie ADAPT HR+/HER2-. Offensichtlich ist es möglich, einer großen Gruppe von Patientinnen mit einem frühen hormonempfindlichen Brustkrebs und bis zu drei befallenen Lymphknoten sowie einem mittleren genomischen Risiko (Recurrence Score® zwischen 12 und 25) eine unnötige und nebenwirkungsreiche Chemotherapie zu ersparen.

Trotz aller Erfolge in der Brustkrebstherapie ist davon auszugehen, dass derzeit bis zu 50 Prozent aller Patientinnen mit einem frühen hormonempfindlichen Brustkrebs nach der Operation eine für sie belastende und nicht immer sinnvolle Chemotherapie absolvieren müssen.

Die Verwendung von modernen genomischen Fingerabdrücken wie Oncotype DX® kann dieses Problem für solche Patientinnen lösen, bei denen das Testergebnis eindeutig ist: bei eindeutig hohem genomischem Rückfall-Risiko ist die Chemotherapie unverzichtbar, bei eindeutig niedrigem genomischem Rückfall-Risiko ist sie überflüssig.

Für Patientinnen, deren Rückfall-Risiko sich mit modernen genomischen Tests nicht eindeutig bestimmen lässt, wird weltweit nach weiteren Kriterien gesucht, anhand derer sich einschätzen lassen soll, ob eine Chemotherapie verzichtbar ist oder ob sie gegeben werden muss, weil die Patientin davon profitieren würde. In der modernen Brustkrebstherapie gehört diese Fragestellung zu den international am meisten diskutierten.

ADAPT ist die erste Studie weltweit, die diese Fragestellung bei Patientinnen mit frühem hormonempfindlichem Brustkrebs und bis zu drei befallenen Lymphknoten untersucht. Professorin Nadia Harbeck, Professorin Ulrike Nitz, PD Dr. Oleg Gluz und Professor Sherko Kümmel haben ADAPT maßgeblich konzipiert und gemeinsam geleitet. Teilgenommen haben mehr als 5.000 Patientinnen aus 80 Brustzentren in Deutschland. Etwa 2.300 Frauen mit klinisch erhöhtem Risikoprofil für einen Rückfall, die zum Zeitpunkt der Studie als Chemotherapie-Kandidatinnen galten, konnte eine Chemotherapie erspart werden.

Die WSG geht davon aus, dass diese Daten der ADAPT-Studie weltweit Konsequenzen für die Behandlung von Patientinnen mit frühem hormonempfindlichem Brustkrebs haben werden.

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Rückblick ESMO

Virtueller ESMO 2020

Der diesjährige ESMO fand vom 17. – 29.09.2020 virtuell mit 30.000 Teilnehmern aus über 150 Ländern und über 2.000 wissenschaftlichen Beiträgen statt, war vor allem aber sehr reich an unmittelbar klinisch relevanten Daten zum Brustkrebs.

Die WSG ist besonders stolz, dass Frau Prof. Dr. med. Nadia Harbeck in ihrer Rolle als eine der Ko-Direktoren der WSG, den ESMO Lifetime Award für die Verdienste in der Optimierung der Behandlung von Brustkrebspatientinnen erhalten hat. Diese höchste Anerkennung in der europäischen Onkologie bestätigt uns in unserer täglichen Arbeit, auch zukünftig Studienkonzepte für die Personalisierung der Brustkrebstherapie zu planen.

Die WSG hat beim Kongress auch neue, zum Teil bahnbrechende Ergebnisse aus der ADAPT-Studie präsentiert.

Zum einen haben Harbeck et al. die finalen Überlebensdaten der ADAPT TP (HR+/HER2+) Studie nach 5-jähriger Nachbeobachtungszeit präsentiert. Hier zeigte sich zwar kein Unterschied in der Rückfall- oder Überlebenswahrscheinlichkeit zwischen drei Studienarmen (12 Wochen T-DM1/ T-DM1+endokrine Therapie /Trastuzumab+endokrine Therapie), aber wir konnten ganz klar den prognostischen Effekt der pathologischen Komplettremission nach der 12-wöchigen Studienbehandlung zeigen. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für die neuen (De)-Eskalationskonzepte der Therapie. Des Weiteren war es in der Studie erlaubt, im Fall der pCR nach 12 Wochen auf die weitere systemische Chemotherapie zu verzichten, so dass die Patientinnen eine alleinige Antikörper-Behandlung mit Trastuzumab erhalten konnten. Bei 41 Patientinnen wurde tatsächlich auf die weitere Chemotherapie verzichtet, bei knapp 70 Patientinnen wurde diese leitliniengerecht durchgeführt. In der hypothesengenerierenden Analyse konnte kein Unterschied bzgl. des krankheitsfreien Überlebens zwischen beiden Gruppen beobachtet werden. Diese Daten sind weltweit einzigartig, müssen jedoch sicherlich im Rahmen weiterer prospektiver Studien an größeren Kollektiven verifiziert werden.

Grote et al. präsentierten die molekularen Analysen der ADAPT HR+/HER2- Studie . Hier lag der Fokus auf der Erforschung der Resistenzmechanismen (gemessen am Abfall des Zellteilungsmarkers Ki-67) gegenüber der präoperativen endokrinen Therapie, die in der Studie durchgeführt wurde. Zum ersten Mal konnte p53-Mutation als ein sehr wichtiger prädiktiver Marker nicht nur für die Resistenz gegenüber den Aromatasehemmern, sondern auch gegenüber Tamoxifen identifiziert werden. Wir sind sehr gespannt auf die ersten Überlebensdaten der Studie, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind, und hoffen sehr, dass aus der Kombination der genomischen Profile wie OncotypeDX, Ki-67-Verlauf und den Mutationsanalysen neue, deutlich genauere Tools für das Management des „luminalen“ Mammakarzinoms entwickelt werden können.

Als weitere Highlights des Kongresses sind sicherlich die neuen Daten zur Kombination der Immuntherapie mit Atezolizumab in Kombination mit der präoperativen Chemotherapie aus der Impassion031-Studie (präsentiert von Harbeck et al.) und die ersten positiven Daten zum Einsatz des CDK4/6-Inhibitors Abemaciclib als adjuvante Therapie beim frühen HR+/HER2- Hochrisiko Brustkrebs aus der MonarchE Studie (präsentiert von Johnson et al.) zu nennen. Zusammen mit zahlreichen weiteren Studien bilden diese Arbeiten wichtige Bausteine zur Verbesserung der Behandlung von Brustkrebspatientinnen in der nahen Zukunft.

Prof. Nadia Harbeck erhält den ESMO Lifetime Achievement Award 2020

Prof. Dr. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums und Professorin für konservative Onkologie an der LMU München und Medical Director der WSG, wird mit dem diesjährigen ESMO Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Dies ist eine der höchsten internationalen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Onkologie. Damit wird Ihr Engagement für die weltweite Krebsforschung und -ausbildung gewürdigt. Sie ist die erste deutsche Forscherin, die diese Auszeichnung erhält.

Neben ihrer bahnbrechenden Forschung zur Personalisierung der Brustkrebstherapie ist Prof. Nadia Harbeck seit vielen Jahren in internationalen Expertengremien tätig, um evidenzbasierte Leitlinien für die Brustkrebsbehandlung zu erstellen. In den letzten Jahrzehnten leitete sie mehrere nationale und internationale Phase-III-Studien, die Biomarker als Stratifikationskriterien für die Therapieentscheidung etablierten. So zeigte sie, dass eine sorgfältige Analyse des Brusttumors und seiner frühen Veränderungen während der Therapie die früheren "one-size-fits-all"-Behandlungsansätze -zum Nutzen der Patientinnen- ersetzen kann.

"Als Frauenärztin habe ich meine Karriere dem Ziel gewidmet, die Behandlung von Brustkrebs im Frühstadium zu individualisieren. Diese Auszeichnung zeigt, dass die ESMO eine wirklich interdisziplinäre Gesellschaft ist: Der positive Einfluss, den man -unabhängig von Ausbildung oder Fachgebiet- auf das Leben von Krebspatientinnen und -patienten hat, ist das Wichtigste, was man in der Onkologie erreichen kann", sagt Prof. Nadia Harbeck. "Ich sehe diese Auszeichnung als eine enorme Motivation und einen Meilenstein in unserem Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse für eine verbesserte Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium zu nutzen: indem wir die Therapie, wann immer möglich, deeskalieren und nur bei Bedarf eskalieren lassen. Ich bin meiner Familie, die mich in meinen Bemühungen immer unterstützt hat, und meinen Kolleg*innen in der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) zutiefst dankbar für ihre wissenschaftliche Kreativität und Beharrlichkeit, mit der sie wirklich visionäre Studienideen in potenziell praxisverändernde Ergebnisse umsetzen."

Über den ESMO Lifetime Achievement Award

Der ESMO Lifetime Achievement Award wurde 2006 ins Leben gerufen, um die internationale Forschung von Einzelpersonen, Teams und Organisationen zu würdigen, die sich in der klinischen Krebsforschung und/oder -ausbildung engagieren.
Als Teil dieser Auszeichnung wird Prof. Nadia Harbeck auch einen 30-minütigen Vortrag halten, der am 15. Oktober 2020 (15:00-15:30 Uhr) übertragen wird.

WSG Studientreffen 2020

Am 11.09.2020 hat das jährliche WSG Studientreffen statt gefunden. Das Team der WSG sagt DANKE und bis zum nächsten Jahr!

Informationen zu den Videos der Vorträge finden Sie hier in Kürze.

Rückblick ASCO

Virtueller ASCO 2020

Vom 29.05. bis 02.06.2020 fand der virtuelle ASCO 2020 statt. Die WSG hatte 3 Abstracts eingereicht und wurde bei allen Beiträgen zur Poster-Diskussion eingeladen! Der erste Beitrag war das Poster von PD Dr. med. Oleg Gluz: “De-escalated chemotherapy versus endocrine therapy (ET) plus pertuzumab (P) + trastuzumab (T) for HR+/HER2+ early breast cancer (EBC): First efficacy results from the neoadjuvant WSG TPII – study.”
Dr. Gluz stellte die Ergebnisse von 207 Patientinnen mit HR+/HER2+ EBC, davon ca. 2/3 im Stadium II-III, vor.
Nach 12 Wochen Therapie konnte eine hervorragende pCR von 24% im Arm der ET+T+P vs. 57% im Arm mit Paclitaxel+T+P erzielt werden. Die pCR-Ergebnisse im Chemotherapie-Arm waren vergleichbar mit denen aus anderen Polychemotherapie-Studien.
Insgesamt war eine sehr gute Verträglichkeit in beiden Studienarmen zu verzeichnen.
In der Zusammenschau mit einem fehlendem 3-Jahres Überlebensvorteil für die Anthrazykline vs. Paclitaxel+Carboplatin wöchentlich+T+P in der Phase II-Studie TRAIN-2 ist dies ein weiterer Meilenstein hin zur de-eskalierten Therapie beim HER2+ Mammakarzinom.
Interessanterweise zeigte auch die vorgestellte PHERGAIN Studie mit einem frühen PET-CT ähnliche Ergebnisse wie die ADAPT-HER2-Studien mit der frühen Stanze nach 3 Wochen: Frühe Responder auf eine neoadjuvante Therapie können bereits nach 1-2 Zyklen identifiziert werden und so ggf. auch eine Therapieindividualisierung erfahren!

Für die Kategorie “Trials in Progress” wurde das Poster von Frau Prof. Dr. med. Nadia Harbeck zur rekrutierenden Studie ADAPTcycle zugelassen: “ADAPTcycle - Adjuvant Dynamic marker-Adjusted Personalized Therapy comparing endocrine therapy plus ribociclib versus chemotherapy in intermediate-risk HR+/HER2- early breast cancer.”

Last not least konnte Dr. med. Tom Degenhardt das Poster zur PreCycle-Studie mit dem Titel “Documentation patterns and impact on observed side effects of the CANKADO eHealth application – an exploratory analysis of the PreCycle trial” platzieren.